Ich beginne die Arbeit auf diesem Blog mit einem Text über mich selber.

Chris Goertz. Hip Hop Aktivist. Media Assassin. Geschichtenerzähler. Blogger.

Ich bin also Chris, schon älter, verheirateter Familienvater und Mensch, der zwei Hunden ein Zuhause bietet. Ich lebe mit meiner Frau und unseren Kindern, 16 und 11 Jahre alt, am Rande von Krefeld. Hier bin ich gestrandet, nachdem ich in Köln und München studiert und in Hamburg und Köln gearbeitet habe. Nachdem ich das Multimedia Producer Diplom und das Bachelor of Arts (Hons.) Studium der Middlesex University, London, in Köln und München beendet hatte, zog es mich nach Köln. Für mich die beste Stadt in diesem Land.

Hier hatte ich in der ersten Hälfte meines Studiums schon gelebt und meine ersten Erfahrungen beim damals hoch innovativen Online-Fernsehsender NBC Giga gemacht. Ab Ausgabe 1 war ich seit 1997 auch Teil des Teams beim JUICE Magazin. Dort war ich für die Recherche und die redaktionelle Aufbereitung der News-Doppelseite verantwortlich.

Zurück zu den Wurzeln. Back to my roots.

Ich wurde auf dem Land geboren, wenige Kilometer von der niederländischen Grenze entfernt – und wollte da aber immer weg. Nicht, weil ich meine Familie nicht mochte oder keine Freunde gehabt hätte. Auch meine Kindheit war gut und sorgenfrei. Alles gut also. Ich wollte da irgendwann einfach nur weg, weil mir das Leben auf dem Land (damals) echt auf den Nerv ging und ich mit „Jeder kennt jeden“ und „Ach, Du bist der Sohn von … ?“ so gar nicht umgehen konnte. Auch fand ich das allwöchentliche 3-Tage-Gefeiere in lokalen Kneipen oder der einzigen Diskothek in der Gegend eher schwierig. Darüber hinaus konnte ich nicht kegeln und wollte auch in keinem Verein auf Dinge schießen oder Bällen hinterher rennen. Den einzigen Vorteil den dieser Heimatort hatt, war, dass ich beim Sounds Record Shop in Venlo immer die allerneueste Musik zu hören und kaufen bekam. Oft noch bevor sie in die Charts gingen oder in Deutschland auf Partys und Jams Thema wurden.

Ol´Skool just kickin´it!

Meine Schullaufbahn war wild. Nach der Grundschule ging es aufs Gymnasium, obwohl alle Lehrer meinten, dass die Realschule die bessere Schulform für mich wäre. Ich war nicht dumm, absolut nicht. Eher im Gegenteil. Aber trockene Theorie war damals nicht mein Ding – und ist es bis heute nicht. Am Ende endete ich sogar kurz auf der Hauptschule. Von dort habe ich mich dann über die Höhere Handelsschule (BWL) wieder nach oben gearbeitet. Ein IHK-Praktikum später hatte ich es dann doch noch zur Fachhochschulreife geschafft – um dann an der SAE in Köln mit dem Grundstudium bzw. dem Multimedia Producer Diplom beginnen zu können. Was ich aus dieser Zeit mitnehme? Erklärt euren Kindern, dass Schule, Ausbildung und Studium ganz alleine für sie wichtig ist und die nächsten 2/3 ihre Leben beeinflussen können. Wer da dicht macht und keine Lust hat oder denkt, dass ihm die eigenen Eltern aus jeder Scheiße raushelfen werden – der wird irgendwann feststellen, daß das ein Trugschluss war oder – wenns schlecht läuft – keine Chance mehr haben, sich selber hochzuarbeiten. Ich habe irgendwann dicht gemacht, aber habe mich auch von „ganz unten“ bis zum internationalen Bachelor (Hons.) Abschluss hochgearbeitet. Denn den gab es damals in Deutschland noch gar nicht.

Business as usual!

Nach meinem Studium zog ich von München zurück nach Köln, wie oben schon geschrieben. Hier war ich erst für VIVA digital tätig, die mir sofort einen Job anboten. Ich kam in das Team als man gerade den Launch der neuen Senderwebseite, viva.tv, vorbereitete. Eine hoch moderne und von Pixelpark produzierte Webseite. Das war schon was. Auf viva.tv wurden eigene Fernsehsendungen ausgestrahlt, die in einem eigenen Studio produziert wurden. Hier durfte ich damals schon immer wieder mal zum Thema HipHop vorsprechen, Fragen beantworten und hatte die große Freude auf z.B. Bela B und Farin Urlaub von den Ärzten zu treffen.

Als klar wurde, dass man sich mit viva.tv ein wenig übernommen hatte und viele Kids damals die Seite aufgrund fehlender technischer Möglichkeiten gar nicht ordentlich und flüssig aufrufen konnten, blieb ich noch etwa ein halbes Jahr bei VIVA und pflegte die Sendungsseiten von z.B. Oliver Pocher, produzierte in New York ein Feature über HipHop und den Geburtstag der Zulu Nation und verließ dann irgendwann das sinkende Schiff, um dann – auf Empfehlung einer meiner Vorgesetzten – bei Peter Gabriels neuem Tech-Startup als Marketing-Typ.

Sledgehammer!

Für eine Legende wie Peter Gabriel zu arbeiten, wenn man selber gar kein Interese an seiner Musik hat – das war schon was. Man ging damals mit ihm im Rahmen der Popkomm essen, unterhielt sich auf Augenhöhe – eben weil man kein Fanboy war. Für mein engeres Umfeld war das schwer nachvollziehbar. Dieses „kein Fanboy sein wollen“ habe ich schon davor und auch danach konsequent weiter durchgezogen. Ich habe so viele spannende und (in ihren Nischen und Szenen) berühmte Künstler und Persönlichkeiten kennenlernen dürfen. Ich habe sie alle ganz normal behandelt, eben auf Augenhöhe und wie jeden anderen Menschen auch.

What´s the name of this Nation?

Ich bin seit 1993 offizielles und ordentliches Mitglied der Zulu Nation in New York. Diese in den frühen Siebzigern gegründete friedliche Gegenbewegung zu all der Ganggewalt in New York und speziell der Bronx hat mich schon von Anfang an fasziniert. Ich suchte Kontakt und bewies, dass ich mit den Regen, Werten und dem Verhalten der Organisation umgehen kann. So gut umgehen, dass Afrika Bambaataa mir einige Jahre später sogar anbote, in Köln ein Chapter der Zulu Nation zu eröffnen. Das traute ich mir natürlich nicht alleine zu und darum holte ich mir lokale Größen wie DJ Rick Ski, Tuareg und Scope, DJ Back-Q, Maze und ein paar weitere Jungs dazu. Eine gute Zeit war das.

Mailorders & Blogs

Seit 2001 bin ich selbständig und habe in dieser Zeit schon eine ganze Menge gemacht. Zuerst habe ich einen großen – und heute immer noch aktiven – Mailorder im Bereiche Marketing und PR aufgebaut. Logo, Webseite, Kataloge, Anzeigen und Werbung. Anfang 2005 habe ich den Job dann hinter mir gelassen. Die Geburt meines Sohnes stand an und ich wollte mehr vom Home Office aus arbeiten und für ihn da sein. Ich arbeitete beim Wildstyle Mag, dem Magazin und Blog des gleichnamigen HipHop Stores in Berlin. Danach folgte ein Angebot von MZEE. Auf MZEE.com sollte in Blog entstehen, welches ich aufgebaut und jahrelang mit Content versorgt habe. So lange bis man sich entschied, die User den Content produzieren zu lassen.

Meine eigene Seite hypesRus.com ging 2006 online. Kurze Zeit war geplant, dass sie der deutsche Ableger von HYPEBEAST werden würde. Doch Kevin Ma, Gründer von HYPEBEAST, entschied sich kurz vor Release dafür, seine Seite weiterhin nur auf Englisch betreiben zu wollen. Also habe ich die Domain hypebeast.de eingemottet – bis heute – und hypesRus.com daraus gemacht. Der Rest ist Geschichte. Viele hunderttausend Visits, Millionen von Pageviews, über 80.000 Artikel und jahrelang mehrere tausend Besucher pro Tag.

Ich flog um die Welt, traf wieder viele Menschen, arbeitete mit spannendne Unternehmen, wurde umgarnt, wurde abgefuckt, verdiente zwischenzeitlich immer wieder richtig gutes Geld und konnte mich den Rest der Zeit zumindest gut selbst finanzieren. Zwei Jahre später folgte die Seite beatsRus.com, ein „just good music“ – Blog und 2011 dann mit der Geburt meiner Tochter, hypekids.net. allGadgets.net rundete dann mein kleines Content-Netzwerk ab. Für hypesRus.com und meine anderen Blogs arbeiteten über die Jahre 12 verschiedene Redakteure, allesamt ehrenamtlich und nur von Lust und Feuer getrieben.

In diesem Jahr verlasse ich meine Selbständigkeit, zumindest Größtenteils, und werde ein fester Angestellter mit einem guten Job bei einer europaweit agierenden PR Agentur, die auch meine Projekte übernehmen wird. Ich wurde also übernommen. Das passiert nur den Guten, wurde mir gesagt. Danke, für die Blumen. In meinem neuen Job als Content & Influencer Specialist werde ich u.a. daran arbeiten, mein Content-Netzwerk wieder auf die Beine zu stellen und wachsen zu lassen. Nur eben nicht mehr als One-Man-Army, sondern mit einem kreativen und richtig guten Team hinter mir und an meiner Seite. Darauf freue mich sehr.

Was gibt es sonst noch über mich zu sagen? Euch ist klar, dass diese Zusammnfassung über mein Leben ganz sicher nicht vollständig ist und dass ich auch jede Menge nicht im korrekten zeitlichen Ablauf erzählt habe. Aber hey, ihr wollt doch hoffentlich auch in Zukunft noch gerne auf diese Seite kommen und meinen Geschichten von damals folgen. Denn dafür habe ich akajive.com gegründet. Nicht als Neustart und neues Ding, sondern viel mehr um weiterhin ein Zuhause im Netz zu haben, wo man mich findet und erfahren kann, was da los war – damals und auch in den letzten Wochen, zum Beispiel.

Hier erzähle ich von meinem Leben, vielleicht mache ich auch Videos zu Themen, die mir am Herz liegen oder berichte über Podukte, Themen und andere Dinge, die mir wichtig sind. Muss man mal sehen. Ich freue mich über Feedback, Anmerkungen oder Austausch.